Die Ernährung

Ob das so richtig ist...?

Hmm… Lecker bunt gemischtes Futter für die kleinen.
In jedem Laden wird es angeboten.
Im Internet steht in der Beschreibung des Futters „Ernähren wie in der Natur: Menü *** ist Futter wie aus dem natürlichen Lebensraum Ihrer Meerschweinchen. Menü *** ist eine artgerechte, ausgewogene Mischung für Meerschweinchen, die den Tieren nicht nur lecker schmeckt, sondern ihnen auch alles gibt, was sie für ein gesundes Leben brauchen. Das Futter enthält genau die Zutaten, die sich ein Meerschweinchen auch in der Natur suchen würde. Dieses hochwertige Futter enthält ein Plus an Gemüse, Vitaminen und Mineralstoffen. Die Kombination der Inhaltsstoffe sichert die Bereitstellung von genügend Rohfaser.“

Zudem wird beschrieben, dass dieses Futter ein Alleinfuttermittel für Nager ist.
Fütterungsempfehlung: „Futternapf erst auffüllen, wenn fast restlos leer. Bitte täglich maximal so viel Futter verabreichen, wie in 24 Stunden komplett gefressen wird.“
Dazu gibt es eine reichhaltige Vielfalt an bunten Leckerchen.

Tolle Knabberstangen „Verwöhnen Sie ihn mit fruchtigen Kräckern. Die Rezeptur ist mit schmackhaften Früchten sowie Getreideflocken verfeinert. Sie sind gesund und lecker durch hochwertige ausgesuchte Zutaten.“

Leckere Rollis: „Beste Verträglichkeit durch einen schonenden Herstellungsprozess sowie eine ausgewogene Balance aus gesundem Gemüse und Getreide. Nager-Rollis sind leicht verdaulich sowie sauber und einfach zu dosieren. Ihr Nager dankt es Ihnen mit Gesundheit und Vitalität.“


Drops: „Die Snacks beinhalten eine Menge gesunde Zutaten wie Milch, Getreide und Früchte.“

 

Wenn die Futtermittelindustrie das so sagt, muss es doch stimmen oder? Immerhin gibt es diese Futtermittel überall zu kaufen.


DENKEN SIE?
...Ich überzeuge Sie definitiv vom Gegenteil!


So geht es wirklich richtig!

Grundsätzliches vorab:

In der Meerschweinchenernährung werden oft aus Unkenntnis oder falsch verstandener Tierliebe die häufigsten Fehler gemacht.
Die Futtermittelindustrie möchte uns mit vielen Angeboten glaubhaft machen, dass Meerschweinchen unzählige Leckerlis, Trockenfuttermischungen, Nagersteine brauchen um glücklich zu sein. Dabei sind viele der angebotenen Futtermittel oder Nahrungsergänzungsmittel überflüssig oder sogar schädlich für die Meerschweinchen. Viele Erkrankungen sind durch eine artgerechte Haltung und Fütterung von vorneherein vermeidbar.

Meerschweinchen sind absolute Pflanzenfresser. Deshalb ist Heu und  Wiesengras mit Kräutern die ideale Hauptnahrung für unsere Meerschweinchen. Meerschweinchen haben einen sogenannten Stopfmagen. Die Bezeichnung Stopfmagen kommt aber nicht davon, dass die Nahrung weitergestopft wird, sondern dass der Magen an sich vollgestopft wird, bis nichts mehr reinpasst.
Deshalb sind die Tiere, um die Darmfunktion zu gewährleisten, auf ständigen Nachschub angewiesen.  Meerschweinchen sollten nicht hungern, da sonst die Darmfunktion gestört wird. Deshalb muss immer Futter zur Verfügung stehen.
Das Heu muss von guter Qualität sein!

Ein bisschen Vorsicht ist geboten, wenn neues Futter, wie Z.B Gemüse angefüttert wird. Veränderungen im Fütterungsbereich sollten immer sehr langsam und in kleinen Mengen geschehen, damit sich der Magen und die Verdauung daran gewöhnen kann. Beachtete man diese Futterumstelllung nicht, kann es leicht zu Blähungen und/oder Durchfall kommen, was lebensbedrohlich für unsere Meerschweinchen ist.

Meerschweinchen sind Nagetiere
Das ständige Kauen von Heu nutzt auch die Zähne optimal ab, die pro Woche ca. 1,2-1,5 mm wachsen. Sie benötigen zur Abnutzung ihrer Zähne neben Heu auch Zweige von Gehölzen, z. B. Apfelbaum, Birnenbaum, Haselnuss, Buche.

Das gehört nicht zur gesunden Ernährung

Nicht zur tiergerechten Ernährung gehören die meisten Leckerlis und Futter, die Sie im Fachhandel angeboten bekommen.

Knabberstangen, Loftis, Ringe und ähnliche Knabbereien enthalten häufig Zucker und Honig, Getreide oder Mais. Sie schaden der Verdauung, Vitalität und zugleich der Gesundheit unserer Tierchen. Joghurtdrops und andere Milchprodukte sind für Meerschweinchen ebenfalls nicht geeignet. Wo sollten sie diese auch in der Natur finden?! Meerschweinchen sind reine Veganer und ihre Verdauung ist nicht auf tierisches Eiweiß ausgelegt. Sie schaden den Meerschweinchen sehr, wenn Sie die oben genannten Produkte verfüttern, diese Leckerchen dienen nur dem Hersteller und Ihrem Auge, nicht den Meerschweinchen!

Folgende Krankheiten sind bei der Verfütterung von ungeeigneten Leckerchen zu beachten:

Fütterung von Trockenfutter und Bewegungsmangel führen zu Übergewicht.

  • Es begünstigt Leberverfettung, eine Erkrankung an der viele Schweinchen leider häufig sterben.
  • Fehlfunktion des Darmes (wie Durchfall, Blähungen) bei leichten Erkrankungen, die zum Tod führen können, werden durch begünstigt.
  • Backenzahnabszesse drohen wenn die Pellets zu hart gepresst sind.
  • Durch hohe Zuckerwerte der Pellets wird der Urin übersäuert, was zu Blasenentzündungen führen kann
  • Wird zu viel TroFu verfüttert, kann Harngrieß entstehen. So nennt man weiße oder andersfarbige Beimengungen im Urin. Dieser Harngrieß kann zu Blasensteinen führen.
  • Stärke aus den Pellets wird während des Verdauungsprozesses in Zucker umgewandelt. Dieser vergärt im weiteren Prozess zu Hefe und es entstehen oft Fehlgärungen im Magen. Dadurch bläht sich der Darm auf; die Tiere bekommen starke Bauchschmerzen.
  • Durch Wasserentzug des droht die Austrocknung des Körpers.
  • Durch Aufquellen im Magen-Darm-Trakt stellt sich ein Sättigungsgefühl ein. Die Folgen dessen sind zu wenig Aufnahme von Heu und Frischfutter. 1 EL TroFu am Tag soll 30 % weniger
  • Heuaufnahme zur Folge haben. Die Zähne werden unzureichend abgenutzt und es entstehen Zahnprobleme.

 

 


Natürliche Meerschweinchenernährung

Ad libitum?

Ad libitum ist lateinisch und heißt übersetzt etwa: "nach Belieben". Das bedeutet nichts anderes, als das Meerschweinchen aus den verschiedenen Futtermittelgruppen (Heu, Wiesengrün, Grünfutter, Gemüse, Zweige) verschiedene Komponenten zur Verfügung haben sollten, welche sie dann nach Belieben aufnehmen können. Die Tiere müssen also die Möglichkeit haben, aus den verschiedenen Futtermittelgruppen auszuwählen / zu selektieren.

Trockenfutter / Pellets / Mastfutter

Ein ausgewachsenes, abwechslungsreich ernährtes Meerschweinchen in Wohnungshaltung, benötigt kein Trockenfutter, keine Pellets und kein Mastfutter!
Trockenfutter jeglicher Art ist als Energie- oder Kraftfutter zu betrachten.
Als Standardfutter wird oft Trockenfutter/Pelletfutter für Meerschweinchen und Kaninchen verwendet. Es sättigt schön und wird auch meist mit gutem Appetit gefressen. Teilweise wird von angeblich auf Meerschweinchenernährung spezialisierten Tierärzten erklärt wie gesund und wichtig dieses Futter sei. Es sei sogar als Alleinfuttermittel geeignet. Leider entspricht das überhaupt nicht den Bedürfnissen der Meerschweinchen.

Durch größere Mengen Trockenfutter besteht das Risiko einer zu schnellen und zu großen Futteraufnahme mit nachfolgendem Durst, durch das aufquellende Futter. Das kann im Extremfall zum zerreißen der dünnen Magenwand führen.
Es besteht ein erhöhtes Risiko, dass das Schwein so gesättigt ist, dass es kein bzw. wenig Heu o.ä. mehr fressen will. Das ist aber wichtig, um die Verdauung in Gang zu halten. Wenn es nun längere Zeit nichts oder fast nichts frisst, wird das Futter nicht von nachfolgendem Futter weiter geschoben, sodass es liegt und gährt. Die dabei entstehenden Gase werden nicht weitertransportiert und es kommt leichter zu Verdauungsproblemen.Bei der Trockenfutterfütterung kommt es außerdem zu Veränderungen des pH-Wertes im Verdauungstrakt, was die Bakterien abtötet, die Heu verdauen können und es kommt zu Verdauungsproblemen.Die Zusammensetzung der handelsüblichen Trockenfutter ist fast ausnahmslos ungeeignet für eine gesunde Meerschweinchenernährung. Sie enthalten viele unnütze bis schädliche Stoffe, wie z.B.: Verschiedenste Getreide und Bäckereinebenerzeugnisse, Getreide-Körner, Reste aus der Mehlherstellung: Getreidekeimlinge, Schalen usw. Melasse, Honig, Zucker, Stärke, Vitamin- u. Mineralstoffzusätze in zu hoher/geringer Menge bzw. schädlichem Verhältnis der Stoffe zueinander, pflanzliche und tierische Nebenerzeugnisse (Abfallprodukte aus Lebens- u. Futtermittelherstellung!), Milch- u. Molkereierzeugnisse (Joghurtpulver, Joghurt, Drops...)
Soll das Meerschweinchen dies verdauen, braucht es dafür Verdauungsbakterien, die nicht in der normalen und gesunden Verdauung des Meerschweinchens vorkommen. Es kommt zu Durchfällen und Blähungen. Ist das Tier gewöhnt diese Stoffe aufzunehmen, hat sich die Verdauung daran angepasst aber sie kann dann gesunde und lebensnotwendige Nahrung wie Heu und Gemüse nicht mehr oder schwerer verdauen, sodass das Tier bei Frischfuttergabe dann oft mit Verdauungsproblemen wie Durchfall reagiert.Im Verlauf kann die Meerschweinchenverdauung die zellulosearme Ernährung nicht mehr ausreichend kompensieren und es kommt zu Folgeerkrankungen u. Mangelerscheinungen.

Gras und Wiese

Das natürlichste und damit auch gesündeste Nahrungsmittel wäre Wildwiese mit Kräutern und Gräsern. Die Heimischen Grassorten in Deutschland enthalten allerdings nicht alle benötigten Nährstoffe wie Vitamin C. Es müssen also unbedingt verschiedene Kräuter, Gemüse mit angeboten werden, um den Mangel auszugleichen. Die in Gras und Kräutern enthaltenen Rohfasern halten den Darm in Schwung und nutzen beim Zermahlen der Nahrung die Zähne optimal ab. Nach langsamer Gewöhnung sollten Gras und Wiesenkräuter zur freien Aufnahme unbegrenzt angeboten werden.

Getrocknete Kräuter/Blüten/Blätter

Besonders protein-, vitamin- aber auch mineralreich sind getrocknete Kräuter, Blüten und Blätter. Vor allem im Winter sind sie ein super Bestandteil der Nahrung und sollten als Futterzusatz gegeben werden. Wird wenig Grünfutter verfüttert, sind Kräuter als Proteinlieferant unverzichtbar. Werden zu viele trockene Kräuter gereicht, kann es zu einer Überversorgung mit Mineralien (Kalziumüberversorgung) kommen, dies kann bei Tieren mit entsprechender Prädisiposition Nieren-/und Blasenprobleme begünstigen.

Gemüse/Obst

Da unsere Meerschweinchen nicht rund um die Uhr auf einer hochwertigen Mischwiese grasen können, ist es notwendig ihnen täglich eine Auswahl an frischem Gemüse anzubieten. Damit werden Flüssigkeit, sowie Vitamine, Eiweiß und Kohlenhydrate zugeführt und Abwechslung in den Futterplan gebracht. Füttern Sie Gemüse mindestens zwei Mal am Tag. Übrig gebliebene Frischfutterreste bei der jeweils nächsten Fütterung unbedingt entfernen. Waschen Sie das Frischfutter vor dem Verfüttern gründlich ab. Abwechslung ist wichtig für Meerschweinchen. Obst sollte ein Leckerchen bleiben.

Gut 200 - 300 g gemischtes Gemüse kann ein ausgewachsenes Meerschweinchen täglich wegfuttern. Etwa 100 g braucht es, damit es keine Mangelerscheinungen gibt.

Eine Futterliste finden Sie rechts (Klick aufs Bild)

Wichtig: Es ist nicht sinnvoll nur einmal am Tag frisches zu füttern. Dabei verschlingen die Meerschweinchen das Futter so schnell, um möglichst viel abzubekommen, dass im Magen oft eine Fehlgärung entsteht. Füttern sie deshalb über den Tag verteilt. Auch Berufstätige Menschen, wie ich, können morgens und Abends schon ihren Schweinchen ein bisschen Frisches anbieten.

Geeignete Leckerchen

In erster Linie sollten Leckereien nicht täglich verfüttert werden.

  • Obst sollte wegen des enthaltenen Fruchtzuckers nur in kleinen Mengen gefüttert werden. Es ist daher ein sehr gut geeignetes und beliebtes Leckerchen für unsere Meerschweinchen.
  • Erbsenflocken enthalten Lysin, welches in geringen Mengen durchaus als Nährstoff benötigt wird. Die enthaltene Stärke ist aufgebrochen und damit leicht verdaulich. Deshalb sind Erbsenflocken eine sinnvolle Nahrungsergänzung. Allerdings sollten sie sehr rationiert verfüttert werden, eine Erbsenflocke am Tag reicht aus
  • Sonnenblumenkerne (ohne Schale) enthalten Fette, die ebenfalls für die Ernährung sinnvoll sind (siehe auch: Samen). Auch hier gilt: Ein Kern am Tag ist meist ausreichend
  • Trockengemüse in Scheiben oder Würfeln ist ein geeignetes Futter um Beschäftigungsspielzeuge zu füllen. Es quillt im Magen der Tiere sehr stark auf und kann die Magenwände belasten, deshalb sollte es wirklich ein Leckerchen bleiben und nur selten gegeben werden. Trockenobst ist extrem zuckerhaltig und deshalb nicht zu empfehlen

Hier finden Sie geeignete Leckechen

Grünfutter

Grünfutter liefert dem Meerschweinchen vor allem Kohlenhydrate, Eiweiße, Mineralien, Vitamine und natürlich jede Menge Abwechslung auf dem Speiseplan. Unter Grünfutter werden alle grünen Pflanzenteile zusammengefasst. Gemeint sind vor allem Gräser und Wiesenkräuter, Küchenkräuter, ebenfalls Blumen, sowie Kraut und Blätter von Kulturpflanzen.
Auch Stadtmenschen ohne Naturanbindung können so einiges an Grünfutter im Supermarkt finden. Achten Sie auch bei Grünpflanzen aus dem Supermarkt darauf, dass sie frisch und sauber sind.

Brot

Viele Meerschweinchenfreunde glauben leider immer noch, dass getrocknetes Brot zur Abnutzung der Zähne gut sei und dass es dazu beiträgt, die Zahngesundheit unserer Lieblinge zu erhalten. Das ist aber ein Irrtum.

In den Anfängen meiner Meerschweinchenhaltung wusste ich nämlich auch noch nicht, dass Brot und Bäckereiprodukte aller Art für Meerschweinchen langfristig schädlich sind und habe es ihnen gelegentlich verfüttert…


Die Zähne....

Natürlich, wenn sie es mit ihren Schneidezähnen abbeißen ist das Brot oder die Semmel noch hart und mag einen gewissen, geringfügigen Abrieb erzeugen, da die Meerschweinchenzähne ja relativ leicht abgenutzt werden. Aber spätestens dann, wenn der Leckerbissen im Mäulchen nach hinten wandert, wird er eingespeichelt und damit weich. Somit ist der erhoffte Abrieb für die Backenzähne schon nicht mehr gegeben. 
Die Sache mit den Zähnen ist aber nicht das eigentliche Problem bei der Fütterung von Brot und Bäckereierzeugnissen.
Viel schwerer wirken sich die damit verbundenen gesundheitlichen Langzeitschäden aus:

Dunklere Brotsorten enthalten Sauerteig, unterschiedliche Getreidesorten und diverse Gewürze, Salz und für den Verbraucher nicht immer erkennbare oder deklarierte Backtriebmittel.
Bei Weißbrot kommt Weißmehl, Hefe, ggf. Öl und Salz zum Einsatz, zumindest wenn es nach traditioneller Art gebacken wird.

Getreide in der Meerschweinchenernährung ist problematisch und, da es sehr viel Stärke enthält, die für Meerschweinchen nicht nur sehr schwer verdaulich ist, sondern auch im Darm in sog. Einfachzucker aufgespalten wird.
Dieser entstandene Zucker wird, sofern die Energie nicht kurzfristig verbraucht wird, sofort als Fett im Körper angelagert.
Die überschüssigen Einfachzucker fangen im Darm zu gären an. Diese Gärung wird durch Hefen verursacht, die sich bei einem schlechten Darmmilieu zu stark ausbreiten.

In Brot und allen Bäckereierzeugnissen ist Salz enthalten, und das nicht zu knapp. Durch dieses Salz können Blasen und Nierenerkrankungen entstehen.

All das stellt schon in der menschlichen Ernährung ein leichtes Gesundheitsrisiko dar. Wieso sollte es dann für Meerschweinchen gut sein?


Mögliche Folgen der Fütterung von Brot und Bäckereierzeugnissen:

  • Blasenentzündungen 
  • Durchfälle 
  • Toxikose
  • Blähungen/Trommelsucht 
  • Verfettung 
  • Verstopfung 

Zweige

Frische oder getrocknete Zweige verschiedener Bäume und Sträucher sollten regelmäßig, gern mit Blättern und Blüten, angeboten werden. In der Rinde stecken viele Mineralstoffe und Pflanzenstoffe, die Meerschweinchen zu ihrem Wohlbefinden brauchen. Die Äste dienen den Meerschweinchen auch als Beschäftigung. Es dürfen auch gern die Blätter und Blüten als Grünfutter mit verfüttert werden. Zweige können Sie auch online kaufen, z. B. bei knabberzweig.de

Fettfutter in Form von Kernen und Samen

Wenn das Heu wenig Sämereien und Ähren enthält, benötigen Meerschweinchen zusätzliche Fette und Proteine. Einen Fettsäuremangel erkennt man an struppigem Fell, Fellverlust, sehr trockener, mitunter schuppiger Haut (nicht zu verwechseln mit Parasiten) Lippengrind und häufiger Verstopfung. Um Fettsäuren wie Omega-6-Fettsäuren und die Omega-3-Fettsäuren zuzuführen sollten Sie gelegentlich Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne und/oder eine Samenmischung anbieten. 

Ein Teelöffel Grassamen oder Kleinsämereien pro Woche pro Tier sind bei schlechter Heuqualität sinnvoll. Übergewichtige Tiere sollten keine zusätzlichen Samen(-mischungen) bekommen.

Futterzusätze

Salzlecksteine sind überflüssig bis ungünstig. Ein gesund ernährtes Tier bekommt seine Salze und Mineralien über das Futter (Kräuter), es benötigt keine billigen Kochsalze. Salzlecksteine sind sogar mitunter gefährlich, wenn ein Tier zu viel dran leckt oder sie sogar annagt, kann es zu einer Natriumchloridüberversorgung kommen, eine Folge wären starke Nierenprobleme. Sollte ein Stein ganz verzehrt werden, kann es schlimmstenfalls zu Nierenversagen und somit zum Tod des Tieres führen. 

Kalksteine bestehen zum größten Teil aus Kalzium, nagen die Tiere zu sehr daran (meist aus Langeweile), führt das zu einer zu hohen Kalziumresorption, (Kalzium/Phosphorungleichgewicht) was zu Harnsteinbildung und zu Organverkalkung führen kann.

Eine zusätzliche Vitamingabe ist bei einem artgerecht ernährten und gesundem Meerschweinchen nicht nötig, zu viel Vitamin C führt zu Nierenschädigungen oder Blasensteinen! Im Krankheitsfall kann es nötig sein, dem Meerschweinchen zusätzliche Vitamine oder Mineralien zuzuführen, dies sollte aber nicht ohne ausführliche Beratung durch einen Tierarzt und niemals ohne tierärztliche Anweisung geschehen.

Unverträgliches und Giftpflanzen

Folgende Pflanzen sind für Meerschweinchen eher unverträglich:

  • Zwiebelgewächse führen in größeren Mengen zu Ausgasungen und sind für Meerschweinchen auch zu scharf
  • Speisezwiebeln gelten als giftig
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Erbsen, Bohnen) können roh zu Blähungen führen, 
  • Kartoffeln enthalten schlecht verdauliche Stärke, die grünen Stellen, Triebe und Grün sind giftig
  • Rettich und Radieschen sind zu scharf
  • Rhabarber enthält zu viel Oxalsäure und wird als schwach giftig eingestuft
  • Steinobstsorten enthalten zu viel Zucker und können in größeren Mengen zusammen mit Wasser zu starkem Durchfall führen
  • Exotische Früchte können bei Verzehr zu schweren Verdauungsstörungen führen und sollten nicht gegeben werden
  • Manche Avocadosorten sind sogar schwer giftig für Meerschweinchen und alle Avocadosorten führen in unreifem Zustand zu Durchfall

Giftig sind unter anderem folgende Pflanzen:

Diese Pflanzen führen üblicherweise nicht zum direkten Tod, sondern sind teilweise nur schwach giftig oder enthalten Stoffe, die bei häufiger Aufnahme zu gesundheitlichen Problemen führen können, einige Pflanzen sind jedoch auch stark giftig!

  • Avocado
  • Becherprimel Brechnußbaum
  • Catharanthus Christusdorn
  • alle Dieffenbachia-Arten
  • Eibe, Eisenhut, Essigbaum
  • Fingerhut, Farne
  • Gartenwolfsmilch, Goldregen
  • Hyazinthe, alle Hahnenfussgewächse (Butterblume),
  • Herbstzeitlose, Hundspetersilie, Heckenysop
  • Immergrün,
  • Klivie
  • Lebensbaum, Lobelie, Lorbeerbaum
  • Madagskar-Immergrün, Madagaskar-Palme, Mistel
  • alle Nachtschattengewächse, Narzissen
  • Rittersporn, Ruhmeskrone (Rothschildiana)
  • Spitzblume samt Beeren, Stechpalme, Sonnenwend-Wolfsmilch, Schierling
  • Tomatengrün, Tollkirsche
  • Weihnachtsstern, Wachholder, Wunderstrauch
  • Zierspargel, Zwiebelgewächse, Zierpfeffer

 

 

Wasser

Ein Meerschweinchen benötigt pro Tag 10 ml Flüssigkeit pro 100 g Körpergewicht. Wenn die Meerschweinchen viel Frischfutter bekommen, nehmen sie zwar weniger Wasser zu sich, manche Tiere trinken gar nicht, aber sie sollten grundsätzlich immer Wasser zur Verfügung haben. Idealerweise bietet Leitungswasser in einem Napf an. 

Und wie wohnen Meerschweinchen? 


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